4 days together for more climate justice

Hallo liebe Leute, 

Das KlimaCamp geht diesen Sommer in die zweite Runde! Es soll Aktive sowie Interessierte gleichermaßen ansprechen. Vernetzung und Austausch der lokalen Klimagerechtigkeitsbewegung stehen besonders im Fokus. 

Das Camp wird unter dem Motto „Global denken – Lokal campen“ stattfinden und ein vielfältiges und buntes Programm aus Workshops, Vorträgen, Kinderprogramm, Musik und Bewegung anbieten. Wir sehen es als eine Möglichkeit, auch während der Coronakrise den Protest gegen das politische Versagen im Hinblick auf soziale und ökologische Krisen bunt und kreativ zu gestalten, einen Austauschraum zu schaffen und uns gemeinsam weiterzubilden. Selbstverständlich sehen wir dennoch, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist und erkennen nach wie vor den Ernst der Lage. Deshalb haben wir eine ein ausführliches Hygienekonzept erarbeitet, welches ihr zusammengefasst auch weiter unten auf dieser Seite findet.

Die Klimakrise wartet aber nicht, bis wir die Pandemie überstanden haben. Im Gegenteil: besonders in der Zeit der politischen und wirtschaftlichen Umstrukturierung, welche auf die Pandemie folgen wird, ist es wichtig, das Thema der Klimagerechtigkeit möglichst öffentlichkeitswirksam zu thematisieren.
Das Camp ist offen für alle, die sich mit Klimagerechtigkeit und Systemwandel beschäftigen möchten. An dieser Stelle finden wir es wichtig zu betonen, dass wir keinen Platz für jegliche Form menschenverachtenden Verhaltens oder Verschwörungsideologien haben!

We are looking forward to a wonderful camp with you!

Anmeldung:

Das KlimaCamp soll für Interessierte, sowie Aktive ein sicherer Ort sein Gesellschaft kritisch zu hinterfragen und aktiv anderen Umgang miteinander zu praktizieren. Wir wünschen uns einen hierarchiekritischen und solidarischen Umgang. Um einen Überblick über die Anzahl der Teilnehmenden zu behalten, bitten wir Euch, diese einfache Anmeldung in Anspruch zu nehmen. Das ist zum Beispiel wichtig für die solidarische  Küche, die mit einer bestimmten Menschenanzahl besser so kochen kann, dass für alle Menschen genug Verpflegung auf dem Camp sein wird. Auch für die Einschätzung bezüglich der Corona- Situation hilft uns Eure Anmeldung sehr!
Wir denken, dass es essentiell ist Freiräume zu kreieren, in denen wir alternative Organisations- und Umgangsformen gemeinsam gestalten und aktiv erfahren können. Deswegen hoffen wir, dass Ihr Euch dazu entscheidet mit uns im Kurpark zu campen. Also bringt euer Zelt mit!


Gefördert durch:


FAQ

Wir sind eine unabhängige Gruppe von Menschen, die sich in verschiedenen lokalen Initiativen und Bewegungen für einen sozial- ökologischen Wandel engagieren. Uns verbindet der Wunsch einen Beitrag zur Gestaltung einer gerechteren Welt zu leisten.

Wir sind ein lockerer Zusammenschluss von motivierten Leuten, von denen manche auch in anderen Organisationen oder Initiativen aktiv sind. Hinter dem Klimacamp selbst, steht allerdings keine feste Organisation oder Initiative und wir freuen uns immer über neue Leute die Lust haben sich einzubringen! 

Wir freuen uns wenn ihr euch auf der Startseite unserer Homepage kurz anmeldet, damit wir Schlafplätze und Verpflegung ein bisschen besser planen können. Wenn du es nicht geschafft hast dich anzumelden, kannst du selbstverständlich trotzdem jederzeit vorbeikommen, dich im Infozelt melden und das Campleben genießen.

Wenn du eine medizinische Frage hast, oder sogar einen Notfall, geh bitte umgehend zum Sanitäts- Zelt. Auch das wird gekennzeichnet sein, dort wird der Dienst des ASB für dich da sein.
Wenn es dir seelisch nicht gut geht, oder dich nicht wohl fühlst, du überfordert bist, dich diskriminiert fühlst, eine Wärmflasche oder einfach eine Person zum Reden brauchst, kannst du dich an das Awareness- Team wenden. Auch das Awareness- Team hat ein eigenes Zelt und einen Rückzugsort.

Im Orgateam sind unsere Aufgaben in verschiedene Unterbereiche aufgeliedert. So kann sich jede Person mit ihren Stärken am Besten einbringen. Wöchentlich treffen wir uns in der Großgruppe, um den gegenseitigen Stand zu präsentieren und Entscheidungen miteinander abzustimmen. Außerdem versuchen wir hierarchiekritisch und solidarisch zusammen zu arbeiten.

Wir kooperieren sehr eng mit JANUN e.V. Lüneburg. Vor allem in der Verwaltung von unseren Finanzen. Dank JANUN e.V. Lüneburg können wir Förderanträge bei Stiftungen stellen, die einen Gemeinnützigkeitsstatus voraussetzen. 

Das Klimacamp wird durch Spenden und Stiftungsgelder finanziert. Eine Liste aller Spendenden findet ihr hier.

JA! Wir freuen uns über jede Person, die die Möglichkeit nutzt auf dem Klimacamp Gelände zu übernachten, bringt gerne ein Zelt mit (hast du keins, finden wir eine Lösung). Wir denken, dass es essentiell ist Freiräume zu kreieren, in denen wir alternative Organisations- und Umgansformen gemeinsam gestalten und aktiv erfahren können. Gemeinsames campen stärkt diese Erfahrung, ermöglicht einen breiten Austausch und bietet die Möglichkeit sich miteinander zu vernetzen. Also lasst uns campen, für mehr Klimagerechtigkeit! 

Es gibt eine solidarische Küche. In einer mobil aufgebauten Küche, können wir gemeinsam leckeres veganes Essen zubereiten. Es wird täglich 3 Mahlzeiten geben. Schnippel gerne mit, wenn du Lust hast! Falls du Unverträglichkeiten hast, kannst du diese gerne bei der Anmeldung angeben oder schreib uns eine Mail. Für jede Mahlzeit gibt es eine Spendenempfehlung und eine Spendendose. 

Am besten als erstes an das Infozelt. Es wird gekennzeichnet sein. Dort sitzen liebe Leute, die dich willkommen heißen und deine Fragen beantworten können. 

Ja, Hunde sind auf dem ganzen Campgelände erlaubt. 

Nein. Wir verkaufen keinen Alkohol. 

Es gibt Nachtschichten, die Campteilnehmer:innen übernehmen. Diese haben das Camp die ganze Nacht lang im Auge, sodass sich alle sicher und wohl fühlen.

Schön, dass du mithelfen willst, genau DU bist gefragt und zwar bei diversen Schichten, tags und nachts auf dem Camp. Du kannst dich (am Infozelt) in Schichtpläne, z.B. fürs Abspülen, Kinderbetreuung, Klos reinigen, Nachschicht übernehmen (…) eintragen. Besonders bei den Care-Arbeiten freuen wir uns natürlich sehr über cis* Männer, die freiwillig diese Aufgaben übernehmen:)

JA! Einige Zelten werden wir bereitstellen können, schreibt uns aus Planungsgründen gerne eine Mail, wenn ihr das in Anspruch nehmen wollt.

Mit dieser Webseite versuchen wir euch immer auf dem neusten Stand zu halten. Zusätzlich könnt ihr unseren Social Media Kanälen folgen, um mehr Einblicke ins Camp- und Planungsgeschehen zu bekommen.

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Es gibt keinen Teilnehmer:innenbetrag. Wir wollen, dass alle Menschen die Workshops und Angebote des Camps frei nutzen können. Wenn du die finanziellen Möglichkeiten hast, freuen wir uns natürlich trotzdem über eine freiwillige Spende vor Ort, die in die Infrastruktur des Camps fließen kann.

Hygienekonzept

Wir nehmen die Cornona-Pandemie sehr ernst und wollen sicherstellen, dass wir mit dem Klimacamp nicht zum Infektionsgeschehen beitragen. Damit dies gelingt, haben wir ein ausführliches Hygienekonzept erstellt. Wir bitten alle Teilnehmenden sich das Konzept im Vorhinein durchzulesen und sich an die Regelungen zu halten.
Die Kerninhalte sind:

  1. Medizinische Maske tragen
  2. 1,5m Abstand zu Personen aus anderen Haushalten halten
  3. Regelmäßiges Händewaschen & Desinfizieren
  4. Anmeldung mit Kontaktmöglichkeit & negativem Test
  5. Testzentrum vom ASB von 10:00 bis 12:00 Uhr auf dem Camp

Unser ausformuliertes Hygienekonzept findet ihr hier. Bitte lest es euch wenn möglich vor dem Besuchen des Camps einmal durch. Solltet ihr erst nach 12:00 Uhr auf das Camp kommen und die Testmöglichkeit nicht mehr wahrnehmen können gibt es in und um Lüneburg Teststellen die zum Teil bis spätestens 20:00 Uhr noch Tests durchführen.

Oben Ohne

Was ein unbekleideter Oberkörper mit Privilegien und Solidarisierung zu tun hat.

+ + + konkreter Vorschlag zum Umgang weiter unten + + +

Wenn es richtig warm ist, dann ziehen sich viele Menschen schnell ihr T-Shirt aus. Dies aber ist ein Privileg und für andere Menschen kann es sehr unangenehm sein. Privilegien haben es leider so an sich, dass sie für die, die sie haben, meist unsichtbar sind. Vielen ist nicht bewusst, dass das Bild von männlichen* nackten Oberkörpern gesellschaftlich normalisiert ist, wohingegen weibliche* nackte Oberkörper den öffentlichen Raum allein in sexualisierter Form prägen. Es geht dabei nicht nur um das T-Shirt, sondern vor allem darum, dass wir in einer patriarchal geprägten Gesellschaft leben.

Ein Teil des Patriarchats ist, dass die Körper von Frauen*, Trans* und Inter* häufig gesellschaftlich objektiviert und sexualisiert werden, weshalb sie nicht einfach ihr T-Shirt ausziehen können. Gerade wenn Körper nicht den gängigen Schönheits- und Geschlechternormen entsprechen, ist Nacktheit ein gesellschaftliches Tabu. Von Sexismus betroffene Menschen, die trotzdem „oben ohne“ rumlaufen, werden dabei durch Blicke, Kommentare und andere Grenzüberschreitungen bewertet und zurechtgewiesen.

Diese Sexualisierung und Tabuisierung ist sogar rechtlich festgeschrieben: Laut Gesetz müssen mindestens die Brustwarzen von Frauen* bedeckt sein, ansonsten handelt es sich um „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.

Darüber hinaus leben wir in einer Gesellschaft, in der sexualisierte Gewalt kein Einzelphänomen, sondern gesellschaftliche Realität ist. Jede 3. bis 4. Frau* und jeder 7. bis 8. Mann* musste in ihrer Kindheit sexualisierte Gewalt erleben. Diese Gewalt geht zu 98% von Männern aus. Deswegen können männliche* nackte Oberkörper Erinnerungen an Gewalterfahrungen auslösen und sehr unangenehm und belastend sein. In der konkreten Konfrontation damit, ist es für viele überhaupt nicht einfach, sprach- und handlungsfähig zu werden.

Natürlich kann es ein emanzipativer Akt sein, wenn sich vom Patriarchat oder den gängigen Schönheits- und Geschlechternormen unterdrückte Menschen mit unbekleidetem Oberkörper zeigen. Es kann eine Befreiung sein, sich den gesellschaftlichen Normen und Bildern zu widersetzen und einen neuen Umgang mit Nacktheit zu gewinnen. Dahin zu kommen, dass sich jede*r frei fühlen kann, ist eine Utopie und wir sind auf dem Weg zu ihr. Doch viele Menschen können sich nicht einfach ihr T-Shirt ausziehen und wären nicht allein dadurch frei, denn dazu gehört noch viel mehr. Uns ist deshalb wichtig, dass Menschen selbst entscheiden können, wann und ob sie unbekleideten Menschen begegnen.

Auch wenn wir für eine andere, „bessere“ Welt kämpfen, sind wir in dieser Gesellschaft mit ihren Schönheitsidealen und ihrer sexualisierten Gewaltkultur sozialisiert. Wir wünschen uns daher, dass das Camp ein Ort wird, an dem wir uns mit Privilegien und Herrschaftsmechanismen auseinandersetzen und gleichzeitig Alternativen ausprobieren und experimentieren können. Doch auch hier müssen wir unsere Grenzen, und vor allem auch die Grenzen anderer (an)erkennen, zumal wir für eine begrenzte Zeit auf relativ begrenztem Raum zusammenleben. Das heißt, das Klimacamp ist nicht die für alle gelebte Utopie, sondern Teil eines Weges dorthin.

Deswegen haben wir den Wunsch, dass alle Menschen während des Camps ihr T-Shirt anbehalten und wir gemeinsam schwitzen. Wir sehen das „oben mit“ als einen Akt von Solidarität an, um die Menschen zu unterstützen, die „oben ohne“ nicht können oder möchten, und würden uns freuen, wenn alle Menschen als Verbündete zu einer kollektiven Befreiung beitragen. Für Kinder gilt dieser Vorschlag natürlich nicht – jedes Kind (oder seine Bezugspersonen) soll selbst entscheiden, wie es rumlaufen möchte. Wir würden uns wünschen, dass die „T-Shirt-Debatte“ Lernprozesse bei uns allen – besonders bei cis*-Männern – anstoßen kann. Fühlt euch frei andere Menschen anzusprechen und nachzufragen, wenn ihr die Thematik nicht versteht oder euch an ihr stoßt (aber versteht auch, wenn die Person, die ihr in dem Moment ansprecht, vielleicht gerade keine Kraft oder keine Lust hat zu erklären, denn über Sexismus zu sprechen, kann gerade für betroffene Personen richtig anstrengend sein). Und fühlt euch ermutigt, Menschen anzusprechen, die kein T-Shirt tragen. Wenn ihr miteinander sprecht, wünschen wir uns einen respekt- und verständnisvollen Umgang miteinander. Die „T-Shirt-Debatte“ kann einen Anstoß geben sich mit den eigenen Privilegien näher auseinanderzusetzen. Wir würden uns sehr freuen, wenn ein reger Austausch über Privilegien (und wie damit umgegangen werden könnte) in vielen Gesprächen und Kleingruppen auf dem Klimacamp und darüber hinaus stattfindet. Es kann sehr bereichernd sein, andere Perspektiven kennenzulernen und voneinander zu lernen. Wir begrüßen es ausdrücklich, wenn sich Menschen finden, die Austauschgruppen suchen, um über ihre Privilegien nachzudenken (und evtl. selber Austauschräume, zum Beispiel zu kritischer Männlichkeit im open space mitgestalten möchten).

(Diesen Text haben wir von der Klimacamp Rheinland Website übernommen.)